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Praxisschema|Februar 2015|6 Min Lesezeit

ESCCAP-Schema zur individuellen Bekämpfung des Wurmbefalls der Katze

Risikobasierter Leitfaden zur Entwurmungsstrategie bei Katzen — von der reinen Wohnungskatze bis zum Freigänger mit Beutefangverhalten.

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ESCCAP-Schema zur individuellen Bekämpfung des Wurmbefalls der Katze

Auch bei der Katze gilt: Eine pauschale Entwurmung „alle drei Monate" ist nicht für alle Tiere optimal. Risiko und Nutzen sollten individuell abgewogen werden.

Risikogruppen der Katze

Reine Wohnungskatze

  • Kein Beutefangverhalten, kein Freigang → niedriges Risiko.
  • Empfehlung: 1–2 Kotprobenuntersuchungen pro Jahr; Entwurmung nur bei positivem Befund oder erhöhtem Verdacht.

Wohnungskatze mit Balkon / Terrasse

  • Eingeschränkter Aussenkontakt → niedriges bis mittleres Risiko.
  • Empfehlung: 2–4 Kotproben pro Jahr oder vierteljährliche Entwurmung.

Freigängerkatze ohne dokumentierten Beutefang

  • Mittleres Risiko, abhängig von Region und Umgebung.
  • Empfehlung: Vierteljährliche Entwurmung oder regelmässige Kotprobenuntersuchungen.

Freigänger mit Beutefangverhalten (Mäuse, Vögel)

  • Höchstes Risiko — insbesondere für Echinococcus multilocularis (Zoonose!).
  • Empfehlung: Monatliche Behandlung mit Praziquantel oder monatliche Kotprobenkontrolle plus Behandlung bei positivem Befund.

Junge Katzen

Ab der 3. Lebenswoche alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach dem Absetzen, danach monatlich bis zum Alter von 6 Monaten. Danach risikoadaptiert.

Bedeutung der Kotprobe

Katzen scheiden Wurmeier oft intermittierend aus. Eine Sammelkotprobe über drei Tage ist daher deutlich aussagekräftiger als eine Einzelprobe und sollte bei jeder gezielten Diagnostik die Methode der Wahl sein.

Hygienische Massnahmen

  • Tägliche Reinigung der Katzentoilette.
  • Händewaschen nach Reinigung.
  • Schwangere und immunsupprimierte Personen sollten die Reinigung möglichst nicht selbst durchführen (Toxoplasmose-Risiko).
Das vollständige Original-Schema als PDF finden Sie oben auf dieser Seite.

Quelle: ESCCAP Schweiz