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Praxisschema|Februar 2015|6 Min Lesezeit
ESCCAP-Schema zur individuellen Entwurmung des Hundes
Praxisorientiertes Entscheidungsschema von ESCCAP zur risikobasierten Entwurmungsfrequenz beim Hund — abgestimmt auf Haltung, Ernährung und Lebensumfeld.
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Dieses Schema unterstützt Tierhaltende und Fachpersonen dabei, die angemessene Entwurmungsfrequenz für einen Hund zu bestimmen — auf Basis seines individuellen Risikoprofils statt nach starrem Kalender.
Die drei Entscheidungsachsen
1. Auslauf und Umfeld
- Reiner Wohnungshund → niedriges Risiko, oft genügt eine jährliche Kotprobe.
- Hund mit Gartenauslauf ohne Kontakt zu anderen Tieren → geringes bis mittleres Risiko.
- Hund mit freiem Auslauf, Hundewiesen, Spaziergängen in der Natur → höheres Risiko.
2. Ernährung und Beutefangverhalten
- Fertigfutter / gekochte Nahrung → niedriges Risiko.
- BARF / Rohfütterung → erhöhtes Risiko für Taenia, Trichinella (Fleischqualität).
- Fängt Mäuse oder andere Beutetiere → monatliche Praziquantel-Behandlung wegen Echinococcus multilocularis empfohlen.
3. Soziales Umfeld
- Haushalt mit Kleinkindern, Schwangeren oder immunsupprimierten Personen → höhere Schutzanforderungen, engmaschigere Kontrolle.
- Mehrhundehaushalt / Kontakt mit Welpen → erhöhtes Übertragungsrisiko.
Entwurmungsfrequenz nach Risikogruppe
- Gruppe A — sehr niedriges Risiko: Eine Kotprobenuntersuchung pro Jahr genügt in der Regel.
- Gruppe B — niedriges bis mittleres Risiko: Kotproben 2–4× jährlich oder vierteljährliche Entwurmung.
- Gruppe C — hohes Risiko (Mäusefang, Welpenkontakt, BARF): Monatliche Entwurmung gegen Spulwürmer und Echinococcus oder monatliche Kotproben.
- Welpen: Ab 2 Wochen alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach Absetzen; danach risikoabhängig.
- Trächtige Hündinnen: Behandlung ab Tag 40 der Trächtigkeit nach tierärztlicher Anweisung (z.B. Fenbendazol-Schema).
Diagnose vor Therapie — wann immer möglich
Eine Sammelkotprobe über drei Tage erhöht die diagnostische Sensitivität deutlich gegenüber einer Einzelprobe. Sie ist die Grundlage einer befundbasierten, ressourcenschonenden Parasitenkontrolle und reduziert unnötigen Wirkstoffeinsatz.
Das vollständige Original-Schema mit allen Detailfragen und Tabellen finden Sie als PDF-Download oben auf dieser Seite.
Quelle: ESCCAP Schweiz