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Labor|15. Mai 2026|5 Min Lesezeit

Wie funktioniert eine Kotprobenanalyse im Labor?

Ein Blick hinter die Kulissen: Vom Probeneingang über Flotation und Mikroskopie bis zum Befund — so läuft die Kotprobenanalyse in modernen Schweizer Laboren ab.

Wie funktioniert eine Kotprobenanalyse im Labor?

Eine Kotprobenanalyse klingt unspektakulär — ist aber ein präzises mikroskopisches Verfahren mit etlichen Zwischenschritten. Hier erfahren Sie, was zwischen Probeneingang und Befund passiert.

1. Probeneingang und Aufbereitung

Die Sammelprobe wird gewogen, durchmischt und in mehrere Aliquots aufgeteilt — eines für die Flotation, eines ggf. für Sedimentation, Baermann oder Antigen-Tests.

2. Flotation

Ein Gramm Kot wird mit gesättigter Flotationslösung (Zinksulfat, Natriumchlorid oder Zucker) vermischt, gesiebt und in eine Röhre gefüllt. Wurmeier sind leichter als die Lösung und schwimmen nach 15–30 Minuten an die Oberfläche, wo sie auf einem Deckglas abgenommen werden.

3. Mikroskopie

Geschulte Diagnostiker:innen identifizieren die Wurmeier anhand von Form, Grösse, Hüllstruktur und Inneninhalt. Typische Beispiele:

  • Toxocara canis: dickwandige, kugelige Eier mit netzartiger Oberfläche
  • Trichuris: zitronenförmige Eier mit zwei "Polkappen"
  • Giardia-Zysten: oval, 8–12 µm — oft nur mit speziellen Färbungen oder ELISA zuverlässig nachweisbar

4. Ergänzende Tests

Bei Verdacht auf Lungenwürmer wird ein Baermann-Trichter angesetzt. Für Giardia und Cryptosporidium kommen ELISA-Schnelltests oder PCR zum Einsatz.

5. Befund

Der Befund umfasst: nachgewiesene Parasitenarten, semiquantitative Belastung (gering / mässig / hoch) und Therapieempfehlung. Er geht an die behandelnde Tierarztpraxis, die mit der Halterin / dem Halter das weitere Vorgehen bespricht.

Zeitrahmen

In der Regel liegt der Befund innerhalb von 1–3 Werktagen vor. PCR-basierte Tests dauern länger (5–10 Tage).